Geschichte
Schon Anfang des 13. Jahrhunderts stand an der Stelle der heutigen Würzburger Michaelskirche eine kleine Kapelle. Sie war der hl. Agnes geweiht und wurde von dem schon zu Lebzeiten des hl. Franziskus gegründeten Franziskanerkloster benutzt. Als im Jahr 1230 der Clarissenkonvent einzog, waren Umbaumaßnahmen notwendig, so dass 1257 Kirche und Kloster neu gebaut wurden. In den folgenden Jahrhunderten kam es zu mehrere Erweiterungen der Gebäude. Im 16. Jahrhundert wurde das Kloster aufgelöst.
Mit der Eröffnung einer Schule am 28. April 1561 begann für die Gebäude, die das heutige Seminar darstellen, eine neue Zeit: sie wurden als Ausbildungsstätte genutzt. Im November 1561 zogen die Jesuiten ein. Julius Echter sorgte nach der Universitätsgründung dafür, dass sie die Hauptverantwortung für die philosophische und theologische Fakultät bekamen. Gleichzeitig stellte er ihnen den Platz in unmittelbarer Nähe des früheren Agnesklosters zur Verfügung.
Mit der Gründung des Priesterseminars 1589 bekamen die Jesuiten auch die Verantwortung für die Ausbildung des Diözesanklerus. 1606-10 bauten sie ihre erste Kirche „St. Michael und St. Agnes“. Von 1765 bis 1798 wurde die heutige Michaelskirche unter Johann Philipp Geigel und Johann Michael Fischer erbaut. Noch während des Baus wurde der Jesuitenorden 1773 aufgehoben. Dadurch wurde das bisherige Jesuitenkolleg zum Priesterseminar und die Kirche nach der Weihe 1831 als Seminarkirche genutzt. Bis in dieses Jahrhundert hinein war sie nicht nur Seminarkirche, sondern wurde auch als zentrale Firmkirche für das Würzburger Stadtgebiet genutzt.
Am 16. März 1945 brannte in der Folge des verheerenden Bombenangriffs auch die Kirche St. Michael vollständig aus. Die notwendigen Instandsetzungsmaßnahmen beschränkten sich auf ein Minimum, so dass die Kirche schon 1955 durch Julius Döpfner eingeweiht werden konnte. Dass dabei nicht an eine künstlerische Gestaltung gedacht wurde, ist wohl selbstverständlich.

Anlässlich des 400. Geburtstages des Würzburger Priesterseminars beschloss die Leitung des Bistums, die alte Seminarkirche St. Michael neu zu gestalten, ein Gedanke, der schon seit 1980 existierte. Es sollte eine Neukonzeption erstellt werden, die den architektonisch vorhandenen Raum zur Geltung bringt und eine künstlerische Umsetzung zentraler Glaubensaussagen ermöglicht. Daher wählte man als Grundthema die „Geheime Offenbarung des Johannes“, das letzte Buch in der Bibel, und gab Heinrich Gerhard Bücker aus Vellern/Beckum in Westfalen den Auftrag, die Kirche auszuschmücken. Die Arbeiten begannen 1988 und wurden durch die Altarweihe im Dezember 1991 vorläufig abgeschlossen. Im Mai 1995 wurde die Gestaltung der Kuppel beendet.
Heutige Nutzung
Die Kirche St. Michael ist als Seminarkirche Bestandteil des Priesterseminars der Diözese Würzburg und das Kirchengebäude der Pfarrei des Bischöflichen Klerikalseminars. Über folgenden Link finden Sie alle ausführlichen Informationen über unsere Seminarkirche St. Michael: Seminarkirche St. Michael
