Baugeschichte des Seminars

Das Bischöfl. Klerikalseminar (Priesterseminar) wurde als tridentinisches Seminar zugleich mit der Universität Würzburg von Fürstbischof Julius Echter v. Mespelbrunn (1573-1617) gestiftet. Vollendet war die Stiftung 2. Januar 1589. Das Seminar trug den Namen St. Kilianskolleg (im Unterschied vom Collegium Marianum u. C. Pauperum für Gymnasiasten) und hatte seinen Sitz im Universitätsgebäude bis 1789 (mit kurzen Unterbrechungen). Am 9. Juni 1789 wurde das Seminar von F.B. Franz Ludwig von Erthal in das jetzige Seminargebäude, das frühere Jesuitenkolleg, versetzt und erhielt den Namen Seminarium ad Pastorem bonum, „S. zum guten Hirten“.

Der Hauptbau (Nordflügel) des Seminars wurde unter F.B. Joh. Philipp v. Greiffenklau 1714-1719 von Joseph Greising, der Regentenbau (Huttenbau Westfügel) 1728-31 von Balthasar Neumann unter F.B. Christopf Franz v. Hutten errichtet. Die Bildhauserarbeiten stammen von Jakob Auvera.

Die Seminar- oder Michaelskirche wurde nach den Plänen des Hofbauamtmanns Joh. Philipp Geigel zusammen mit Hauptmann Joh. Mich. Fischer im Louis XVI Stil ab 1765 erbaut; 1773 war das Langschiff fertiggestellt, 1788 der Turm gebaut, der Chor wurde erst 1796-98 nach den Plänen und unter der Direktion des Hauptmanns Joh. ‚Andr. Gärtner v. Trier vollendet.

Die Stukkaturen stammen von Matteo Bossi, die Malereien im Langhaus und im Querschiff vom Mainzer Hofmaler Joseph Appiani 1773 (vergl. Wallfahrtskirche Vierzehnheiligen), die Deckenmalereien im Chor von Hofmaler Fesel v. Ochsenfurt 1789, das Hochaltarbild vom Tiroler Maler Plattner 1884.