Bischof Dr. Friedhelm Hofmann weihte am Samstag vor Pfingsten zwei Diakone des Bischöflichen Priesterseminars zu Priestern:
- Stefan Beetz (43) aus Neundorf
- Manuel Vetter (28) aus Gössenheim
In seiner Predigt bezeichnete Bischof Hofmann den Weihetag als frohen Tag für das Bistum Würzburg. Das Geschehen, das in der Weihestunde im Dom vollzogen werde, führe unmittelbar zurück in die Gegenwart und den Heilswillen Jesu. Diese Weihestunde lebe von der Wahrheit der Auferstehungsbotschaft. „Es mag viele unserer Mitmenschen verwundern, dass trotz aller Zeiten-, Kirchen- und Gesellschaftskrisen Männer bereit sind, sich ganz und gar in die Nachfolge Jesu einbinden zu lassen«, stellte der Bischof fest. Beide Weihekandidaten hätten als Spätberufene Berufserfahrung gesammelt und seien schon im gewissen Sinne durch die Lebensschule gegangen. Die Sehnsucht, Priester zu werden, hätten sie dabei verstärkt wahrgenommen und konsequent vertieft.
Die beiden Weihekandidaten würden durch Berufung und Weihe in den ungebrochenen Heilsauftrag Jesu hineingenommen, eingebunden und gesandt, unterstrich der Bischof. Ihr Herz müsse wie das der Emmausjünger im Lukasevangelium beim Verstehen der Liebestat Jesu am Kreuz brennen. Auch sie müssten alle Mutlosigkeit angesichts heutiger Probleme abstreifen und sich von Jesus Christus entflammen lassen, den sie bei der Feier der heiligen Messe in der Wortverkündigung und in den eucharistischen Gaben erkennen. Auch sie müssten bereit sein, „alles, aber auch alles« für Christus hinzugeben, und fortan ihr Leben in dieses Geheimnis hineinstellen.
Die Mitmenschen seien heute gegenüber solchem Ansinnen kritisch. Allzu Menschliches, Unzulängliches aber auch schwer Schuldhaftes in der Kirche und bei ihren Amtsträgern lasse sie an der Ehrlichkeit solcher Aussagen zweifeln. „Es ist nun an uns, liebe Mitbrüder, so endlich, fehlerhaft und unvollkommen wir auch sind, uns so zurückzunehmen, dass Christus selbst ganz und gar durch uns wirken kann«, rief der Bischof den Weihekandidaten zu. In der Seelsorge, Katechese und Predigt dürften die Neupriester künftig Wunder erleben, die Gott wirke. Die dabei einsetzende tiefe innere Zufriedenheit sei ein Lohn, den Gott schon jetzt schenke. Die Gläubigen rief der Bischof auf, den Neupriestern in begleitender Nähe und im Gebet beizustehen.
Am Vorabend der Priesterweihe kam Bischof Friedhelm traditionell zu einer Ansprache (Puncta) in das Bischöfliche Priesterseminar, wo er auch die Kelche und Hostienschalen der Weihekandidaten segnete. Nach dem Wortgottesdienst setzte der Bischof das Allerheiligste aus, vor dem die Alumnen des Priesterseminars die ganze Nacht hindurch für die Weihekandidaten beteten.